Die Marsonauten

Heute, upps, gestern Abend fand ich bei PI den interessanten Hinweis eines Lesers:

„Dieses Land wird führend auf dem Gebiet der Raumfahrt werden“, und:
[Vereinigte Arabische] „Emirate wollen als erstes Land den Mars besiedeln“
(Originalquelle siehe hier)

Ei der Daus, das wäre ja mal was: Die Scheichs wollen ihrereiner zum Mond, iwo, noch viel weiter: zum Mars schießen! Als Marsonauten sozusagen. PI-Leser „Rechtspopulist“ wies allerdings darauf hin, daß sich die Raumfahrt für fromme Muslime kompliziert gestalten könne.

Um das nicht über Gebühr im dortigen Kommentarbereich auszuwalzen, zumal es off topic ist (vom Thema abweicht), erlaube ich mir, die zahlreichen tiefschürfenden theologischen Fragen, die sich für einen frommen Moslem daraus ergeben, hier etwas näher zu erörtern.

Einerseits paßt ja ganz gut, daß die Wüstensöhne den Wüstenplanet bewohnen wollen bzw. Allahs Krieger den antiken Kriegsgott Ares kolonisieren.

Andererseits dürfte es auf dem Mars (alle folgenden Sachinfos aus der Wikipedia) mit den Pflichten des Islams wirklich kompliziert werden:

  • Ein Marsjahr ist etwa doppelt so lang wie ein Erdenjahr. Wann ist dann dort Ramadan? Und wie lange? Etwa auch doppelt so lange wie auf der Erde?
  • Der Ramadan bzw. der islamische Kalender allgemein geht buchstäblich nach dem Mond. Äh – dem Erdmond. Gilt das auf dem Mars auch?
    • Falls ja: Wie will man von dort aus die Phasen des Erdmondes erkennen?
    • Falls nein: Vermutlich geht’s dann nach dem Marsmond?
      • Aber halt, der Mars hat ja zwei Monde! Nach welchem von beiden: Phobos oder Deimos?
      • Phobos umrundet den Mars gut dreimal am Tag, Deimos alle drei Tage rund viermal. Wieviele Monate hat dann das Marsjahr?
      • Welcher davon ist der Ramadan, und wie lange dauert er? Ein paar Stunden? Oder knapp einen Tag?
  • Wem sollen muslimische Marsonauten Almosen geben? Müßten extra dazu arme Moslems mitgebracht werden?
  • Gegen wen soll man auf dem Mars Dschihad führen?
  • Wie will man vom Mars nach Mekka pilgern?

Fragen über Fragen!

Nur eines fällt mir spontan ein, was einer im Islam beliebten Sitte entgegenkäme: Die Marsoberfläche ist mit Felsbrocken und Steinen jeglicher Größe übersät…

Sollte ein muslimischer Leser ob meiner Worte erzürnen und es mir mit gleicher Münze verbal heimzahlen wollen – etwa, wo Christen auf dieser staubtrockenen Rostkugel das Wasser zum Taufen hernehmen wollen: Das juckt mich nicht. Für Christen wie auch Juden gilt das biblische Gebot:

„Bleibe im Lande und nähre dich redlich.“ (Psalm 37,3)

Der hebräische Original für „Bleibe im Lande“ lautet: schechân éretz. Das kann ebensogut übersetzt werden mit: „Besiedle die Erde.“ Das stimmt mit dem Auftrag überein, den die ersten Menschen am Anfang von Gott erhielten: „Macht euch die Erde untertan“ (1. Mose 1,28). Die Erde. Vom Himmel war nie die Rede.* Außerdem heißt das hebräische Wort für „Mensch“, adam, buchstäblich „Erdling“. Wir haben also auf anderen Planeten nichts verloren. Egal, ob Jude, Christ, Moslem, Buddhist, Marxist (und das trotz Engels!). Oder geschwollener ausgedrückt:

Die Kolonisierung jeglicher Himmelskörper ist für den Menschen egal welcher Religion eine eklatante Kompetenzüberschreitung.

Alles klar, Adam?

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* Nach dem Jüngsten Tag wird Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen – für die an Christus Gläubigen (Jesaja 65,17; 66,22; 2. Petrus 3,13). Dann werden Himmel und Erde eins sein (Offenbarung 21,1ff).

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