Justizwunder, oder: daß ich das noch erleben darf…

Na endlich wurde Recht gesprochen
vom EuGH in Luxemburg:
In Deutschland wird das Recht gebrochen,
unsre Justiz hat es vergurkt!
Man urteilte bereits im Mai,
die Staatsanwaltschaft sei nicht frei.

Vielmehr sei diese fest gebunden
an den Befehl der Politik;
so werde hier das Recht geschunden.
Das bricht Justizia das Genick:
Ihr Haftbefehl ist mangelhaft,
der Rechtsstaat faktisch abgeschafft.

Ein Rechtsstaat wird daran erkannt,
daß seine Macht sei dreigeteilt
und unabhängig voneinand’,
damit das Recht uns nicht enteilt.
Der EuGH (das ist nicht schön)
kann das in Deutschland nimmer sehn.

Versteh’ ich’s recht, heißt das so viel:
Alle Justiz im deutschen Land
ist nichts als nur ein Possenspiel,
ein Schelmenstreich und nicht’ger Tand.
Wenn wir es so weit schon gebracht,
dann sag ich: „Deutschland, Gute Nacht!“

Der lange Marsch, der Achtundsechzig
sich aufmachte, ist offenbar
allhier und heute schier allmächtig,
wohl leider schon am Ziele gar:
Man hat in jede Staatsgewalt
sich eingeschleust – und stellt sie kalt.

Ob offen rot oder tarngrün,
ob scheinschwarz: Das stößt auf mir sauer!
Am besten baut man um Berlin
wie auch um München eine Mauer,
steckt alle Linken dort hinein;
dann könnte es so schön hier sein…

Drum, sollte jemand euch verklagen:
Beruft euch auf den EuGH!
Und bitte fleißig weitersagen!
Es wäre doch zu wunderbar:
Wenn jeder über ihn nur lacht,
ein Unrechtsstaat zusammenkracht.

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