Auch ihr seid dumm

Eine Parodie auf die hüpfenden Weltretter von heute
und Reverenz an Erich Kästner (1899-1974)

Ihr und die Dummheit kriecht in Hüpferhaufen
aus tiefsten Löchern der Vergangenheit.
Ich wundre keineswegs mich, wenn ihr schreit;
denn nüchtern seid ihr dümmer, als ich wär’s besoffen.

Ihr laßt die Schulkinder Parolen schreien,
die derart dumm, daß der Verstand erfriert.
Die Jugend schreit; vorzeiten forschte sie noch hier.
Strunzblöd macht ihr sie nun; es ist zum Speien!

Ihr braucht all eure Torheit nicht verhüllen
(ein Tor selbst gält’ als klug, wenn er nur schweigt),
weil ihr die Dummheit liebt, die man hier zeigt;
tät’ weh sie, müßtet Tag und Nacht ihr brüllen.

Weisheit habt ihr mit Löffeln nicht gefressen;
nein, wie ihr meint, gleich baggerschaufelweis’!
Drum spuckt ihr große Töne – laut, nicht leis.
Euch Narrenbrut kann man getrost vergessen.

Wenn sie euch einst die Rüben runterhauen,
die, die ihr liebt so hündisch, dumm wie Vieh,
so wie ein Hund den Herrn, der auf ihn spie,
mögt ihr vielleicht – zu spät! – die Wahrheit schauen.

An eurer Torheit soll die Welt genesen,
weil ihr euch schier unendlich weise dünkt.
Ihr spürt die See selbst nicht, wenn euer Kahn schon sinkt,
rechnet auch dann noch fest mit Reisespesen.

Ihr müßt, so meint ihr, alle Welt erlösen
und notfalls dafür über Leichen gehn.
Gewalt sei als ein Hilferuf zu sehn,
geht sie von euch aus; ihr seid nie vom Bösen.

Wer euch nicht folgt, zählt zu den Nazischweinen.
So simpel ist’s, wenn man’s sich einfach macht!
In euren Köpfen herrscht stockfinstre Nacht.
Wohl deshalb habt ihr’s Hüpfen in den Beinen.

All eure Abscheu gilt Militaristen,
denn ihr seid kollektiv auf Links gestrickt.
Niemals bemerkt ihr Narren, daß ihr tickt
nicht minder dumm als die Faschisten.

Den Uhrzeiger der Welt, den wollt ihr drehen
bis in die Zeit des Hunnensturms zurück.
Fortschritt sei bös’; es läg’ der Menschheit Glück
in der Apokalypse Wehen.

Wie ihr’s erträumt, könnt ihr die Welt nicht retten;
denn ihr seid dumm, die Nazis unsrer Zeit,
so hohl, daß es schier bis zum Himmel schreit!
Aufs Gegenteil sollt’ niemals jemand wetten.

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