Klima-Dadaismus

Seitdem Gott das Wetter schuf,
ist auf eins dabei Verlaß:
daß des Wetterfroschs Beruf
sei ein kurzfristiger Spaß.
Für das Wetter in zehn Tagen
taugen nichts die Vorhersagen.

Klima ist, so sprach der kühne,
kompetente Wolfgang T.,
was so auf der Wetterbühne
dreißig Jahre lang gescheh,
und zwar – merke auf, mein Sohn –
durchschnittlich in der Region.

Also lautet der Beschluß:
Du kannst Klima nicht erwärmen.
Nein, bei einem solchen Stuß
zwackt’s Herrn Thüne in den Därmen!
Wer erwärmt nen Durchschnittswert,
dünkt mental mich schwer gestört.

Heut’ jedoch die Wissenschaft
muß der Politik sich beugen,
die da alle Geisteskraft
knebelt wie bei Wachtturms Zeugen.
Wer nicht spurt, der hat verschissen
und wird ratzfatz rausgeschmissen.

Drum: Wenn nun die Sonne scheint,
geht die Welt mal wieder unter.
Alle blöken dumm vereint,
da nicht klüger, sondern bunter:
„Kaufe Ablaß! Sühn’ die Schande!
Atme nicht, das Klima wandelt!“

Anfang Juli mußt ich frieren;
doch beheizt ist ja mein Haus.
Wie erging es wohl den Tieren
hinter Hain und Feld da drauß’?
Jetzt wurd’s heiß; dem Pessimist
entgeht, daß dato Sommer ist.

Auch wenn’s draußen blitzt und kracht
oder kühl der Nebel wabert,
tönt der Zeitgeist: „Selbstgemacht!“
– Was man bloß für Blödsinn labert!
Für alle Panik, alle Hektik
reicht ein Wort nur: Dialektik!

Dada dank real existierendem Dadaismus:
Da: Dicke Füße? Klimawandel!!
und da: „Mainstream fabelt das Ende der Menschheit herbei“

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