Nu(h)r so am Rande erwähnt…

Die linke Kleinkünstler-Ikone
teilt gerne aus, und das nicht ohne.
Doch welch Fauxpas: In diesem Jahr
senden ihn nicht die Öh-Err-Ah.[1]
Der Grund dafür ist knüppeldick:
„Zuviel an Religionskritik!“

Ei, das nimmt mich doch wirklich wunder:
Ist denn der Rotfunk nicht mitunter,
ach was: sind denn nicht ständig die
dabei, geht es um Blasphemie?
Nicht selten und nicht zimperlich
nimmt man zur Brust die Christen sich.

Hat sich vielleicht der Papst beschwert
ob des, was Dieter gern serviert?
Nein, eher nehme ich wohl an,
daß manchen frommen Muselmann
der Nuhrsche Spott treibt an zur Röte
des Zorns, daß er ihn gerne töte.

Stets sagt man ja, daß eitel[2] Frieden
das Wort „Islam“ heiße hienieden.[3]
Wer solches glaubt, ist selber schuld,
denn selten kennt man dort Geduld;
und schnell man so beleidigt ist,
daß flugs man meuchelt, bombt und schießt.

Ja, ja, auch schon die Alten sangen:
„Wer mitgefangen, mitgehangen!“
So dacht’ sich wohl manch Intendant:
„Gefahr gehört hier abgewandt!“
Islamgefahr? Welch Lügenmär:
Sonst liebt ihr gar ihn doch so sehr!

Dieweil die einz’ge Religion,
die unser Dieter nu(h)r verschont,
das dünkt mich die von Marx und Engels;[4]
was seid ihr mir für Lausebengels!
Ich sage dir, Mensch: Glaubst du was,
versteht er alles – nur kein’ Spaß.

Verstehen könnt’ ich allzumal,
wenn man das Bodenpersonal
(sei’s echt oder nur selbsternannt)
als Zielscheibe des Spotts erkannt.
Doch wer da Gott verspottet gar,
ist nichts als nur ein blinder Narr.

Es ist, als ob die kleine Maus
zur Katz’ spräche: „Der Herr im Haus
bin ich! Noch eins ich sagen wollt’:
Weiche von hinnen!“ – Flugs vergolt
dem Mäuslein dies die Miezekatze
und langte zu mit ihrer Tatze.

Darum zuletzt mein guter Rat:
Mach’s zur Maxime deiner Tat,
laß dir nicht dort das Maul verbieten,
wo andre sich die Hos’ vollschieten.
Doch wo man Gott zum Spott erkoren,
sind Hopfen und auch Malz verloren.

P.S. oder Denglisch: Update
Das ist jetzt nicht mehr aktuell.
Nachdem nun brav der gute Dieter
stromlinienförmig kuschte schnell
vorm Brötchengeber und Gebieter,
ist er nun wieder gern gesehen,
wo nur von links der Wind darf wehen.


[1] Die öffentlich-rechtlichen Rundfunk-Anstalten.
Nachtrag vom 30.06.17:
Der Linkverweis ist – welche Not! –
inzwischen leider mausetot,
und anderweitig ich erfuhr:
man sendete ihn doch, den Nuhr.
[2] Veraltet für „einzig“ / „allein“ / „nur“.
[3] Für alle Unkundigen unter den Lesern: Das arabische Wort „Islam“ bedeutet tatsächlich „Unterwerfung“, nicht „Friede“. Guckstu hier.
[4] D.h. Atheismus. Aber das würde sich hier ja nicht reimen. Zumindest nicht formal. Inhaltlich schon… 😉
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