Schrei aus dem Schlachthof

Unser Blut an euren Händen,
ihr Hyänen nimmersatt:
Wann und wie soll das nur enden?
Denn wer keine Skrupel hat,
läßt nie ab von Übeltaten;
bis zum letzten Atemzug
mit Betrügen und Verraten
heißt es nie für euch: „Genug!“
Hört, ihr da oben in Elfenbeintürmen:
Längst sollte sie das Volk schon erstürmen!
Gott strafe euch, ihr verlogenes Pack!

Was ihr abgepreßt den Armen,
davon lebt’s im Wolkenschloß,
Leuteschinder ohn’ Erbarmen,
sehr bequem sich und famos!
Ihr verzehrt, was für die Mühen
harter Arbeit uns zustand.
Bringt den Volkszorn nur zum Glühen,
bis der Bogen überspannt!
Langsam entbrennt der Zorn der Teutonen,
langsamer Gottes Zorn; möge er’s lohnen
euch in der künftigen und jetzigen Welt!

Aller Frevel unsrer Väter
wird uns allezeit serviert,
als ob wir die Übeltäter
und es gestern erst passiert.
Doch für ihrer Väter Sünden
sollen sterben nicht die Söhn’; (5. Mose 24,16)
wer’s dennoch für gut befindet,
Gottes eignes Recht verhöhnt!
Damit das Volk spurt, schwingt mit Geheule
Herrschaft und Presse die Nazikeule
gestern und heute und jeden Tag neu.

Früher pflegte man zu sagen:
Wenn es Gottes Zorn verfällt,
weiß dieser ein Volk zu schlagen
hier und jetzt auf dieser Welt
mit ’ner Herrschaft, die der Torheit
eifrig und voll Inbrunst frönt,
welche voller Unverfror’nheit
offenbares Unrecht schönt.
Seh’ ich dann jene, die uns regieren,
alle verblöden und verführen,
kann ich nur schreien: Erbarme dich, Gott!

Wenn ein Tier nicht mehr zu melken,
keine Milch mehr produziert,
weil es anfängt zu verwelken,
wird’s zum Schlachtvieh degradiert.
So hat auch den deutschen Michel
lange man schon abgetan.
Darum schwingt nun Merkels Sichel
Abdul aus Afghanistan,
fährt für sie ein die blutige Ernte;
in Allahs Namen tut er das gerne.
Kalt lächelnd bricht sie so ihren Eid.

Alle Mörder werden Syrer,
wo ihr starker Arm gebeut.
Weh dem Volke, dessen Führer
nie ein Frevel je gereut!
Lügen ohne rot zu werden
kann man in der Politik.
Eure bösen Taten werden
einst euch brechen das Genick!
Räuber und Mörder „Flüchtlinge“ nennen
heißt, kein Gewissen haben und kennen.
All eure Bosheit fall auf euch zurück!

Gott, erbarme dich der Schafe,
die man schon zur Schlachtbank zerrt:
Sie ertragen’s als kreuzbrave
Lämmer, die erst kahl man schert,
bis zuletzt man mit dem Messer
ihnen dann den Hals aufschlitzt.
Lämmer wissen es nicht besser;
doch ich seh’s und bin entsetzt!
Rette das Volk doch vor diesen Schächern,
richte die Herrscher, du unser Rächer;
über die Elenden erbarme dich, Gott!

Angeregt durch Theodor Körner (1791-1813), „Bundeslied vor der Schlacht“, 1813
Eine hörenswerte Neuvertonung von Körners Text hier bei Youtube.
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